Museum des Nötscher Kreises

Karl STARK, Ausgetrocknetes Flussbett (Ausschnitt), 1998, Öl-Leinwand, Sammlung Hainz, Wien

Presseinformation 2021


Museum des Nötscher Kreises | 25. April bis 31. Oktober 2021

Ein wesentliches Anliegen des Museums des Nötscher Kreises ist neben der Präsentation der Werke der Nötscher Malergruppe vor allem das Aufzeigen und Sichtbarmachen ihrer vielfältigen Kontakte zu den unterschiedlichsten Intellektuellen und Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Daher ist die heurige Ausstellung dem Künstlerehepaar Karl und Elfriede Stark gewidmet, die dem Nötscher Kreis sowohl geistig-künstlerisch als auch räumlich stets intensiv verbunden waren.

Der 1921 in der Steiermark geborene Karl Stark war einer der wenigen bedeutenden österreichischen Künstler, welche die expressionistische Tradition in der Malerei fortsetzten und diese auf eigenständige Weise weiterentwickelten. Bereits zu Beginn seines Schaffens stand er unter dem Einfluss der heimischen Frühexpressionisten wie beispielsweise Richard Gerstl, Jean Egger, Herbert Boeckl und Anton Kolig. Stark teilte die Ansichten des Letztgenannten über die Kunst weitgehend und war auch mit den Werken der anderen Vertreter des Nötscher Kreises vertraut, die er zeitlebens sehr schätzte. Als junger Student der Akademie der bildenden Künste in Wien hatte er Kolig noch persönlich kennengelernt und wie für diesen war auch für Stark die Farbe Formbilder und Lichtträger, die Räumlichkeit, Körper und Stimmungen hervorrief. Die Beschaffenheit und Formen der dargestellten Objekte bildeten sich bei Stark aus dynamischen Farbschichten heraus, gestaltet durch seine unverwechselbare, spontane, gestische Handschrift, die er im Laufe seiner eingehenden Beschäftigung mit der Malerei immer mehr perfektioniert hatte und die zu einem zentralen Ausdrucksmittel in seinem Werk wurde.

In Elfriede Petrasch, Tochter einer Klagenfurter Kaufmannsfamilie, fand Karl Stark seine kongeniale Lebenspartnerin, die seine Leidenschaft für die Kunst teilte und diese auch selbst ausübte, bis eine 1953 einsetzende Sehbehinderung zehn Jahre später zu ihrer Erblindung führte. Danach widmete sie sich der Literatur, insbesondere der Verfassung von Gedichten.

Im Leben des Künstlerehepaares spielte Kärnten schon früh eine wichtige Rolle und wurde neben Wien zu ihrem zweiten Lebensmittelpunkt. In Radlach im Oberen Drautal besaßen sie ein Haus und die dortige Umgebung wurde zu einem wesentlichen Motiv im Œuvre Karl Starks.

Daher möchte nun diese Ausstellung anhand charakteristischer Kärntner Landschaftsbilder, kombiniert mit Porträts und Stilleben, einen Einblick in die Malweise Karl Starks geben.

Kuratorin der Ausstellung: Sigrid Diewald